success story | 30.06.2026

Alle Fachverfahren im ÖGD erstmals bundesweit im Überblick

Die Corona-Pandemie hat verdeutlicht, wie sehr heterogene IT-Systeme und fehlende Schnittstellen die Zusammenarbeit im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) erschweren. Um diese Barrieren abzubauen, wurde im Rahmen des Paktes für den ÖGD (PÖGD) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit und auf Grundlage des Förderleitfadens in den Jahren 2024 und 2025 die bundesweite Applikationslandschaft erhoben.

Strategisch gesteuert wurde der Prozess durch die UAG Digitalisierung unter Federführung des Landes Berlin. Die UAG ist eine Unterarbeitsgruppe der AG ÖGD der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden (AOLG). Die HiSolutions AG betreibt die zugehörige Geschäftsstelle und war für die Konzeption, Erhebung und Auswertung verantwortlich. Finanziert durch das EU-Aufbauinstrument NextGenerationEU, dient die Applikationslandkarte als internes Planungs- und Steuerungsinstrument für eine konsistente und datenbasierte digitale Transformation des ÖGD.

Unsere Partner

Herausforderungen und Ziele


Heterogene IT-Landschaft und unzureichender Gesamtüberblick

Die IT-Landschaft im föderalen Öffentlichen Gesundheitsdienst ist durch eine hohe Fragmentierung und mangelnde Interoperabilität geprägt. Zudem unterscheiden sich die Digitalisierungsstände erheblich, was die Zusammenarbeit und den Datenaustausch erschwert. Ohne einen strukturierten Überblick über eingesetzte Anwendungen und ihre technischen Anbindungen ist eine gezielte Harmonisierung und Verknüpfung der Systeme nur schwer realisierbar. Das Fehlen dieser belastbaren Datengrundlage behindert eine nachhaltige Modernisierung und die systematische Etablierung von Standards.

Eine lückenhafte Übersicht über die IT-Landschaft birgt für Bund, Länder und Kommunen die Gefahr, Modernisierungen nicht fundiert priorisieren zu können. Ohne vollständige Transparenz drohen Synergien unentdeckt zu bleiben und Potenziale zur Nachnutzung ungenutzt zu verstreichen.

Ziel war es daher, für die Verwaltungsebenen von Bund, Ländern und Kommunen eine Übersicht über die eingesetzten Fachverfahren und deren technische Integration zu schaffen. Diese dient als interne Entscheidungsgrundlage, um die digitale Transformation effizient voranzutreiben, Synergien in der Beschaffung und Entwicklung zu identifizieren und die Digitalisierung im ÖGD systematisch zu steuern.

Umsetzung


Länderübergreifend einheitliche Datengrundlage

Um ein vollständiges Bild der IT-Landschaft im ÖGD zu erhalten, haben wir ein einheitliches Template zur Datenerhebung neu konzipiert. Es definiert klare Kategorien wie Fachdienst, Schutzbedarf, Schnittstellen und Anbindungen an Systeme wie die E-Akte. Diese Standardisierung war entscheidend, um bundesweit vergleichbare Daten zu erhalten.

Die Erhebung selbst erfolgte über die Landesbehörden, wodurch sowohl Reichweite als auch Datenqualität gewährleistet wurden. Anschließend wurden alle Daten umfassend geprüft, bereinigt und vereinheitlicht. Auf diese Weise entstand eine belastbare Datengrundlage, die den aktuellen Stand der Applikationslandschaft im Öffentlichen Gesundheitsdienst auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene präzise abbildet. Das Resultat ist ein Steuerungsinstrument, das Ländern hilft, ihre eigene IT-Landschaft im Bundesvergleich einzuordnen und zu optimieren.

Ergebnis


Fundierte Basis für Digitalisierungsentscheidungen

Die Applikationslandkarte liefert den beteiligten Akteuren die notwendige Klarheit über eingesetzte Anwendungen und deren Modernisierungsstände. Dies ermöglicht es Bund, Ländern und Kommunen, fundierte Entscheidungen für zukünftige Investitionen zu treffen. Durch die interne Übersicht lassen sich Überschneidungen erkennen, Synergien nutzen und erfolgreiche Lösungen gezielt nachnutzen. Die Datengrundlage unterstützt dabei, Modernisierungsprogramme koordiniert zu steuern und Standards systematisch weiterzuentwickeln.

Die Applikationslandkarte ist damit ein wesentlicher Baustein, um die Digitalisierung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes nachhaltig, konsistent und datenbasiert zu gestalten.

Klare Mehrwerte

Ein internes Steuerungsinstrument zur Übersicht über genutzte Anwendungen und Modernisierungsstände als strategische Entscheidungsbasis. 

Förderung der behördenübergreifenden Zusammenarbeit, da Synergiepotenziale sichtbar werden.

Eine einheitliche Datenbasis, die Bund, Ländern und Kommunen hilft, um Modernisierung und Standardisierung effizient zu koordinieren und zu fördern.

Das sagt unsere Kundin

Die Erhebung der Applikationslandschaft hat uns bundesweit eine klare Sicht auf die digitale Realität im Öffentlichen Gesundheitsdienst ermöglicht. Diese Transparenz ist ein entscheidender Schritt, um Modernisierung und Interoperabilität gezielt voranzubringen.

Dr. Sabine Hermann, Referatsleiterin Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege Berlin

Über die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege Berlin (SenWGP)

Die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege Berlin (SenWGP) verantwortet zentrale gesundheitspolitische Aufgaben der Hauptstadt und übernimmt zugleich die Federführung der UAG Digitalisierung zur Umsetzung des Pakts für den ÖGD mit dem Schwerpunkt Digitalisierung. In diesem Gremium sind alle Länder vertreten. Damit kommt der SenWGP eine zentrale Rolle bei der länderübergreifenden Koordination der digitalen Weiterentwicklung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes zu.

Ihr Ansprechpartner

Christof Thim


Ich unterstütze Sie beim Aufbau und der Weiterentwicklung Ihres Enterprise Architecture Managements – von der IT-Strategie bis zur tragfähigen Zielarchitektur. Gemeinsam schaffen wir Klarheit über Prozesse, Anwendungen und Technologien und leiten konkrete Transformationsschritte ab. Lassen Sie uns sprechen – Ihre Architektursteuerung beginnt mit einem stimmigen Gesamtbild.


E-Mail schreiben

Jetzt anrufen

Dr. Christof Thim ist Managing Consultant bei HiSolutions. Gemeinsam mit dem ITM-Team berät er öffentliche Verwaltungen und Unternehmen zu Enterprise Architecture Management, IT-Strategie und Geschäftsprozessmanagement und bringt Erfahrung aus Architekturaufbau, Systemauswahl und Transformationsroadmaps mit.

Kontaktieren Sie uns via Formularanfrage


* Bitte ausfüllen